Blinder Aktionismus

Exkursion mit einem blinden Guide durch den Mainzer Stadtraum.

Am zweiten Tag trafen wir uns in der Schule. Wir lernten das Audioschnittprogramm Audacity und die Klangsuchmaschine findsounds kennen und erstellten erste eigene Klangkollagen.
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Stadt
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Crash
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Schwimmen
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Frösche im Wasser
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im Stadtpark
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Stirb Gans stirb!!!
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Dann fuhren wir zum Hauptbahnhof und wurden von dem Blinden Zeljko durch die Stadt geführt. Es war erstaunlich wie gut man sich durch pures Hören und Fühlen in der Stadt orientieren kann.

Als erstes mussten wir mit verbundenen Augen durch eine Unterführung über der Züge fuhren. Es war verwirrend wenn die Züge über uns drüber fuhren da dann alles hallte und man sich auf seinen Hörsinn so gut wie nicht mehr verlassen konnte. Dann konnte man sich nur noch durch Tasten durch den Tunnel leiten. Am Ende des Tunnels war eine Blindenampel. Dadurch konnten wir hören wenn der Tunnel zu Ende war.

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Nach dem Tunnel hat uns Zeljko durch die Stadt zur Römerpassage geführt. Es war verwunderlich wie leicht und sicher er uns durch die Stadt leiten konnte. An der Römerpassage haben wir verschiedene Experimente durchgeführt. Als erstes sollten wir mit Block und Stift durch die Römerpassage laufen und alles aufschreiben was uns zu hören kam. Es war neu mal bewusst auf alles zu hören was um uns herum war. Wir haben verschiedene Sachen aufgeschnappt, darunter Gesprächsfetzen und ganz verschiedene Geräusche. Anschließend versuchten wir Zeljko, der in der Mitte stand, die Geräusche vorzuführen und ihm das Gefühl zu vermitteln in der Fußgängerzone zu stehen.

Als nächstes haben wir alle unsere Handys rausgeholt und uns in der Fußgängerzone verteilt. Wir wollten einen Flashmob machen. Nach einem Startsignal von Arnos Handy sollten wir alle unsere Handys klingeln lassen. Das Problem war, dass das Handy mit dem Startsignalzu leise war und niemand es gehört hat. Nach dem Handyversuch haben wir mal ausprobiert mit Tönen so viel wie möglich Aufmerksamkeit zu erregen. Das ganze hat zu relativ wenig geführt, da es in der Passage an sich schon sehr laut war und wir zu wenig koordiniert waren.

Im nächsten Anlauf liefen als Gruppe durch die Passage. Wir bündelten also die Klingeltöne und konnten so einige überraschte Blicke von anderen Passanten beobachten.

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Von da an ging es weiter zum Jockel-Fuchs-Platz.

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Dort versuchten wir uns blind zu orientieren. Es war zwar so ausgemacht, dass man sich durch Klatschen bemerkbar macht, doch manche sind trotzdem gegeneinander gelaufen.

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Es war sehr schwierig sich ohne sehen zu orientieren, doch manche haben sich an Bodenunebenheiten orientiert und schafften es letztendlich doch zur Mitte des Platzes.

Wir haben uns am Ende noch zu einer kurzen Percussionsession an der Skulptur „Der Schlüssel des Stundenschlägers“ von Hans Arp versammelt und den Tag besprochen. Hiernach war die Versammlung beendet.

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Text: Julian Michel

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Kurze Hörbeispiele der Exkursion:
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Schnipsen
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ÜÜiüüiiiüiiiüiii
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Straßenbahn
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Römerpassage

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Brunnen und Klangplatten

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